Ayurveda und die Jahreszeiten: Was dir wann guttut!


Im Ayurveda werden auch die Jahreszeiten den 3 Doshas zugeordnet (mehr zu den Doshas hier). Unabhängig von unserer eigenen Konstitution spielen Kapha, Pitta und Vata in den jeweiligen Jahreszeiten eine wichtige Rolle. Somit funktioniert unser Körper zu jeder Jahreszeit anders und insbesondere der saisonale Wechsel erhöht das Risiko einer Immunschwäche oder Erkältungskrankheit.


Februar bis Juni (Frühling) ist Kapha vorherrschend.

Juni bis Oktober (Sommer und Frühherbst) dominiert Pitta.

Oktober bis Februar (Spätherbst und Winter) ist Vata erhöht.


Jeder Mensch reagiert unterschiedlich stark auf den Jahreszeitenwechsel, denn die individuelle Konstitution und der Gesamtzustand spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Ein erdiger Kapha-Mensch darf im Winter mit einer extra Portion Gewürze einheizen, der Pitta-Typ neigt eher zu entzündlichen Krankheiten und sollte Saures und Scharfes meiden und sich nicht im Stress überhitzen, Vata-Menschen brauchen vor allem Wärme, Regelmäßigkeit und Ruhe.


Wenn wir uns im Rhythmus der Jahreszeiten bewegen und unsere Tagesroutinen und Essgewohnheiten anpassen hat das eine stärkende Wirkung auf unsere Widerstandskraft, die im Ayurveda „Bala“ genannt wird. Wobei mit Bala nicht nur die körperliche Resistenz gegenüber Krankheiten, sondern auch die geistige und spirituelle Kraft gemeint ist, mit der man Situationen meistert und mental verarbeitet.



Später Herbst bis Winter = Vata-Zeit


In der kalten und trockenen Jahreszeit steigt das Vata-Dosha an. Zur Erinnerung: Vata besteht aus den Elementen Äther und Luft und seine Haupteigenschaften sind kalt, trocken, rau, subtil, beweglich und leicht.

Der Vata-Anstieg macht sich in unserem Körper oftmals durch eine innere und äußere Kälte und Trockenheit bemerkbar. Die Haut wird rau, trocken und spröde und das Immunsystem ist eher labil und anfällig. Stimmungsschwankungen oder getrübte Winterlaunen sind weit verbreitet.

Nach den Prinzipien des Ayurveda gleichen wir mit den gegensätzlichen Eigenschaften aus und deshalb sorgen wir im Winter für eine extra Portion Wärme, wir bringen Feuchtigkeit und erdende Stabilität in Körper und Geist. Mit Ölungen und einem Bewegungsprogramm achten wir darauf, dass unser Körper geschmeidig bleibt, und trotz Kälte und Wind wollen wir stets unsere innere Sonne im Herzen leuchten lassen.


In der kalten Jahreszeit brennt unser Verdauungsfeuer am stärksten, deshalb lassen sich auch schwerere Speisen und Fette (Ghee, Sesamöl, Butter) besser verwerten als zu manch anderer Jahreszeit. Unser Körper verlangt eine etwas schwerere, wärmende und ölige Kost. Daher ist der Winter die Zeit für nahrhaftes und kräftiges Essen. Geflügel, Eier, helles Fleisch und sogar auch etwas Rotwein wird für diätische Zwecke und zur Immunstärkung im Winter empfohlen. Hilfreich sind dabei natürlich auch alle wärmenden und stoffwechselanregenden Gewürze wie z.B. Ingwer, Zimt, Kardamom, Nelke, Muskat, Kreuzkümmel, Süßholz und Pfeffer.

Instinktiv machen wir genau das Richtige: Wir essen eher wärmende und energiereichere Nahrung – Eintöpfe, Kartoffeln, Fleisch, Nüsse, Kekse (ja, auch das Süße tut Vata gut – aber bitte in Maßen, insbesondere bei Kapha Konstitution).

Wir schlafen mehr und gönnen uns mehr Ruhe.

Wenn du deinen Körper im Winter stärken willst, iss‘ das was dir die Region genau in dieser Jahreszeit gibt: Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Karotten, Äpfel, Birnen, Teigwaren etc. Lebensmittel aus der Region geben dem Körper genau das, was er im Winter braucht. Das gilt im Übrigen auch für die anderen Jahreszeiten!



Meine Geheimwaffe zur Stärkung ist Chyavanprash. Dabei handelt es sich um eine feine süße Fruchtpaste aus der indischen Amla-Frucht die mit einer Vielzahl von Kräutern und Gewürzen in einem aufwändigen Kochverfahren hergestellt wird. Durch ihren hohen VitaminC-Gehalt stärkt sie den Körper und die spezielle Auswahl der Gewürze wirkt regenerierend auf den Körper.



Mit täglich einem Löffel Chyavanprash kann man sich nicht nur umfassend stärken, sondern auch den süßen Verführungen der Vorweihnachtszeit leichter widerstehen.


Im Frühling ist dann wieder das Reinigen und Entschlacken angesagt (aus diesem Grund bieten wir zu Ostern unsere Ayurveda Detox und Fastenkuren an - Termine hier), aber im Winter sollte der Körper mit einer ausgewogenen Ernährung unterstützt und aufgebaut werden.


Schutz vor Kälte und Wind: warm essen & warm trinken


Den Tag mit einer warmen Mahlzeit beginnen – im typischen Ayurveda Haferbrei oder Rita's weihnachtlichen Lebkuchenporridge- stecken zahlreiche wärmende Gewürze und er verleiht dir ein wohliges Bauchgefühl.

Lebkuchenporridge mit gebratenem Apfel und Mandeln

1/2 Tasse Haferflocken 1 Tasse Soja- oder Mandeldrink 1/2 TL Lebkuchengewürz

1 Apfel, 2 TL gehackte Mandeln

Haferflocken mit Sojadrink und Lebkuchengewürz aufkochen und für 5-10 Minuten köcheln lassen. Apfel entkernen und klein schneiden. Mandeln in einem zweiten Topf anrösten, danach Apfel andünsten. Porridge mit dem Apfel und Mandeln anrichten.

Dazu Ingwertee und eine große Kanne mit abgekochtem Wasser. Den Inhalt über den Tag verteilt trinken, weil das warme Wasser die Verdauung und den Entgiftungs-prozess im Körper anregt und die Atemwege befeuchtet.

Ingwertee stärkt die Abwehrkräfte! Aufgrund seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften ist Ingwer ein altbewährtes und wirkungsvolles Mittel zur Anregung der Verdauungskraft und Stärkung des Immunsystems. Ingwer unterstützt uns nicht nur körperlich, sondern fördert auch unser mentales Gleichgewicht, wirkt stimmungsaufheiternd, anregend und steigert die Lebenskraft. Bei Schlafstörungen oder hohem Blutdruck sollte der Genuss von Ingwer in der zweiten Tageshälfte gemieden werden.


Je nach Belieben kann die wärmende Wirkung von Ingwer durch die Zugabe von weiteren Zutaten wie z.B. Nelken, schwarze Pfefferkörner, Kurkuma, Zitrone oder Honig verstärkt werden. Oder versucht doch mal Rita's Kurkuma-Ingwer-Tee: https://rita-ayurveda.at/kurkuma-ingwer-tee/


Geschmeidigkeit

Warme Öle haben eine stark Vata-besänftigende Wirkung und stärken das Wohlbefinden. Eine ayurvedische Ölmassage (Abhyanga), wie auch eine Selbstmassage mit Mandel- oder Sesamöl nährt die Haut, Gelenke und Gewebe.

Gegen trockene Nasenschleimhäute hilft eine morgendliche Nasenspülung mit einem Neti-Topf, danach etwas Ghee oder Sesamöl in die Nase geben. Dies stärkt die oberen Luftwege, befreit von Schleimansammlungen und macht einen klaren Kopf.

Regelmäßiges Sportprogramm z.B. Yoga oder ein sanfter Ausdauersport schafft Ausgleich und Beweglichkeit.


Bewegung

Alle Maßnahmen zur Vermehrung von Prana, der Lebensenergie schützen vor Winterdepressionen – z.B. ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft, intensive Atemtechniken (Pranayama) oder eine regelmäßige Meditationspraxis in Ruhe und Stille. Vor allem in der kalten und dunklen Jahreszeit sollten wir auf die geistige Vitalität und Klarheit achten.


Routinen und Regelmäßigkeiten gleichen überhöhtes Vata aus. Daher empfiehlt sich vor allem im Winter das Einhalten einer möglichst rhythmischen Tagesstruktur. Tagesschlaf sollte man eher meiden, denn er macht müde und träge. Wirkungsvoller ist ein Spaziergang an der frischen Luft oder das Praktizieren einer Yoga-Einheit.

All dies verhilft zu einer positiven Grundstimmung und vermindert emotionalen Stress, der negative Auswirkung auf die Immunität hat.


In diesem Sinne: kommt gut, gesund und vital durch diesen Winter und verbringt eine ruhige Vorweihnachtszeit.

Eure

Claudia Gnant





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