Ayurveda Medizin-Serie: Demenz & Ayurveda

Teil 1: Vorbeugen - Darm und Agni

In den kommenden Wochen wollen wir uns den sogenannten neurodegenerativen Erkrankungen widmen – eine große Geisel unserer Zeit. Teil 1 beschäftigt sich mit den Zusammenhängen ihrer Entstehung aus Sicht des Ayurveda.


Die Schulmedizin beschreibt Demenz als Veränderung bzw. Abbau von Hirnsubstanz. Es kommt zu Ablagerung eines krankhaften Proteins (Beta Amyloid), wobei die Ursache hierfür noch weitgehend ungeklärt ist. Lediglich bei der primären Demenz vom Alzheimer-Typ wird von einer genetischen Prädisposition ausgegangen.


Es scheint auch in der westlichen Medizin mittlerweile gesichert, dass die „Darm-Hirn-Schranke“ einen wesentlichen Faktor für die Gesunderhaltung darstellt. Weiters, dass ein gesunder Darm eine übergeordnete Rolle im „System Mensch“ spielt, die weit über die Verdauungsfunktion hinaus reicht.


Ayurveda hat bereits vor über 3000 Jahren den Darm als Zentrum der Gesundheit erkannt und eine Lehre für ein gesundes, glückliches und langes Leben entwickelt.


Voraussetzung für ein körperliches und psychisches Wohlbefinden ist im Ayurveda ein gut funktionierendes Verdauungsfeuer – das sogenannte AGNI.

Es ist ein dynamisches Prinzip zur Umwandlung von Nahrung in Körpergewebe.

Das alte Sprichwort „man ist, was man isst“ wird im Ayurveda etwas genauer betrachtet, da auch eine „vermeintlich gesunde Ernährung“, wie beispielsweise ein gemischter Salat bei einem geschwächten Verdauungsfeuer genauso gesundheitliche Probleme verursachen kann, wie ein Schweinsbraten. Es gilt folglich vielmehr der Spruch: „man ist, was man verdaut“.


Insofern ist es von besonderer Bedeutung welchen AGNI-Status die jeweilige Person hat und was das in Folge für die bevorzugten Essenzeiten, die Art der Zubereitung der Mahlzeit und die Wahl der Nahrungsmittel bedeutet.


Das zentrale Verdauungsfeuer (Agni) sitzt in verschiedenen Abschnitten des Verdauungstraktes und steuert sämtliche Verdauungs- und Stoffwechselprozesse. Agni spaltet mit Hilfe der Verdauungsenzyme und -hormone die Nahrung in die einzelnen Bestandteile auf und führt diese der weiteren Verwertung dem Zell- und Gewebestoffwechsel zu. Für den Gewebestoffwechsel sind dann auf jeder der 7 Gewebe-Ebenen weitere sogenannte Gewebefeuer (datvagnis) für die Entstehung vitaler Strukturen verantwortlich.


Im Ayurveda wird folgende Abfolge für die Entstehung der 7 Körperstrukturen beschrieben:

Im ersten Schritt entsteht rasa – das Blut mit all seinen Bestandteilen wie Abwehrzellen, Gerinnungsfaktoren und Mikronährstoffen (wie Elektrolyten, Vitaminen und Mineralien) mit Ausnahme der roten Blutkörperchen. Diese bilden erst die nächste Struktur – rakta. Danach folgt mamsa, das Muskelgewebe und medas, das Fettgewebe, das auch beim Aufbau jeder Zelle (Stichwort: Doppellipidmembran) eine Rolle spielt. Dieses wird dann gefolgt von asthi, dem Knochen.

Erst an 6. Stelle steht majja, die Hirnsubstanz und alles was dazu gehört (Rückenmark, Zentralnervensystem).

Damit die Hirnsubstanz in „einwandfreiem Zustand“ gebildet werden kann, darf in keinem der vorangehenden Schritte eine Blockade entstehen. Dementsprechend wichtig ist es, dass sowohl das zentrale Verdauungsfeuer und die nachgelagerten Gewebefeuer ausreichend Kraft besitzen, damit dieser stufenweise Vorgang nicht gestört wird.


Das liefert uns die Erklärung, warum die Verdauung bzw. ein ausreichend starkes Verdauungsfeuer eine so wesentliche Rolle in der Entstehung von Krankheiten spielt – von biochemischen Abläufen und modernen schulmedizinischen Erklärungen abgesehen.


 

In einem der wichtigsten Bücher des Ayurveda, der Charaka-Samhita heißt es:

„Erlischt das Agni, so stirbt man, arbeitet es richtig, so lebt man lange frei von Krankheit, ist es gestört, so erkrankt man – daher wird Agni als die Wurzel (von allem) bezeichnet“.

 

3 TIPPs um das Agni zu stärken:

– 1/2l Wasser mit 1-2 Scheiben Ingwer + 5 Pfefferkörnern + 5 Nelken aufkochen, wenn überkühlt je 1 TL Zitronensaft und Honig hinzufügen - morgens trinken!


– Vor größeren Mahlzeiten eine kleine, dünne Scheibe Ingwer mit einer Prise rosa Steinsalz kauen und erst danach mit der Mahlzeit starten.


– Eine ayurvedische Reinigungskur (Panchakarma-Kur) reinigt und regeneriert den Darm und reguliert das Verdauungsfeuer nachhaltig. Einmal im Jahr sollte eine solche Kur eingeplant werden.


Wir helfen Ihnen gerne Ihren Agni-Status zu erkennen und zu verbessern–

für eine gute Darm-Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden!


Ihre

Dr. Maria Bräuer, MSc und das Team von AyurVienna

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