Allergien & Ayurveda

Aktualisiert: Mai 30

Wirkungsvolle Strategien gegen rinnende Nase & Co





Nach schulmedizinischem Verständnis liegt den Allergien eine zum Teil genetisch bedingte Überempfindlichkeit des Immunsystems auf Allergene (im Frühjahr besonders Pollen) zugrunde. Diese reizt die Schleimhäute und führt zu den bekannten Symptomen, wie Niesen, Nasenlaufen, Augenjucken-und tränen.


Ayurvedische Konzepte der Grundlage von Allergien


Den meisten Allergien gemeinsam sind schnelle, unkontrollierte, überschießende Reaktionen. Fremdmoleküle wie Pollenproteine, die als Allergene wirken können, dringen durch dünne und trockene Schleimhäute leichter in das Körperinnere ein.


- Eigenschaften wie "Trockenheit" finden wir in vata-dominierten Naturellen.

- Das Konzept der Blutverunreinigung mit Reiz- und Entzündungsbereitschaft lässt sich hingegen eher bei Pitta-Konstitutionen antreffen.

- Kapha-Konstitutionen weisen dickere Schleimhäute auf und sind meist mit einem stabilen Immunsystem ausgestattet. Daher neigen sie genetisch am wenigsten zu allergischen Reaktionen. Aber Vorsicht: Die Neigung zur Agni-Schwäche mit Fehlverdauung und Ama-Entwicklung, sowie die Tendenz zur Verschleimung, kann auch bei kapha-dominierten Menschen zu allergischen Reaktionen v.a. der Atemwege führen.


Aus ayurvedischer Sicht können Allergien demnach durch eine Störung aller drei Doshas (krankmachende Faktoren) verursacht sein. Je nach Symptom und Ort des Geschehens erkennen wir, welches Dosha verantwortlich ist:

Vata-Störungen zeigen sich durch trockenen Husten, Atemnot und Schwindel.

Typisch für Pitta-Symptome sind Hitze, Rötung, Augensymptome und rinnende Nase.

Ist Kapha der Störfaktor, äußert sich dies durch Verschleimung (vor allem der Nasennebenhöhlen), erschwerte Atmung durch Blockaden, Ansammlungen und Schwellung.


Beim typischen Heuschnupfen liegen meist sämtliche Symptome nebeneinander vor. In diesem Fall behandelt man das Dosha, welches die Hauptsymptome liefert.


Ayurvedische Therapieansätze

1) Stärkung der Verdauungskraft und Darmreiningung

Die optimale Ayurveda-Therapie bei Allergien und Heuschnupfen beginnt immer mit einer Darmreinigung oder noch besser mit einer vollumfänglichen Panchakarma-Reinigungskur. Damit werden alle auslösenden Krankheitsursachen an ihren Wurzeln gepackt und ausgeglichen.

Die Behandlung des Heuschnupfens sollte schon vor Beginn der Symptome eingeleitet werden. Es ist sinnvoll, bereits im Winter die Ernährung entsprechend umzustellen und die Reinigungskur im Frühjahr durchzuführen. In den meisten Fällen muss man sich auf die Senkung von Vata und Kapha konzentrieren.


2) Ernährungstherapie: Reizstoffe reduzieren

· Dünsten statt Braten, Grillen und Frittieren

· Kein rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) und Wurstwaren

· Konsum alkoholischer Getränke, insbesondere Wein reduzieren

· möglichst wenig Säure: keine alkoholischen Getränke, Zitrusfrüchte

· Keine Milchprodukte, insbesondere Joghurt

· 1,5 bis 2 Liter Wasser oder Kräutertee täglich, am besten zwischen den Mahlzeiten.

· weniger Nahrungsmittel pro Mahlzeit: max. 2–3 Gemüse, nur 1 Getreide, nur 1 bis 2 Salat-Arten und nicht mehr als 5 Gewürze in einer Speise.

· Keine Kombination von Milch mit Obst, Fisch, Fleisch und allen sauren Substanzen.


Zu empfehlen:

· Regelmäßigkeit bei den Mahlzeiten!!

· Gekochte und mild gewürzte Speisen

· Getreide: Hirse, Gerste, Reis und etwas Dinkel (Hafer und Mais meiden)

· Gemüse: gekochte rote Bete, Brokkoli, Karfiol, Karotten, gekochte Gurken, gekochte Zwiebeln

· bittere Blattsalate als Beilage zum Mittagessen: Chicorée, Radicchio, Endivie und Löwenzahn

· Früchte nur gekocht oder gedünstet. Besonders gut sind Datteln, Trauben, Feigen, Papaya, Birnen.

· Als Süßmittel ist Waldhonig besonders zu empfehlen.




Unser Spezial-Tipp:

„Agni“-stärkendes Takra (Lassi)

1 Teil Joghurt, 3 Teile warmes Wasser verquirlen, Gewürzmischung einrühren und 2xtgl nach den Mahlzeiten trinken.

Gewürzmischung aus je 50g Kurkuma, Bockshornklee und Ingwerpulver.






3) Lebensstil anpassen

· Morgenroutine: Für Heuschnupfen Patienten und Asthmatiker Nasenspülungen mit Sole, das Einträufeln spezieller Nasenöle und Inhalationen.

· Tagesrhythmus: auf regelmäßige Ess-Pausen achten.

· Hautpflege: lange Bäder und alle Arten von Seife meiden. Täglich kurz und lauwarm mit pH-neutralen Duschcremes duschen.

· Schlafhygiene: Schlafzeiten und –dauer nach der jeweiligen Dosha-Dominanz richten. Vata braucht den meisten Schlaf, Kapha den wenigsten und sollte frühest möglich aufstehen.

Vor und während der Allergiesaison einen „Flüssigkeitstag“ pro Woche einlegen.


4) Heilpflanzen und Gewürze für die Allergiebehandlung

Bittere und/oder scharfe Gewürze, wie Pippali, Trikatu, Haridra bei schleimigen und kapha-betonten Beschwerden, ebenso wie Sitopaladi.

Ayurveda bietet viele weitere, überaus geeignete Heilpflanzen für Allergiker, mit Wirkung auf die (Schleim) Haut, den Magen-Darm-Trakt, zur Immunmodulation, sowie zur Blutreinigung. Bei Atemwegsbeschwerden kann Vasaka oder auch Ashvagandha – für vatadominierte Beschwerden- helfen.


Mit diesen Tipps und Anregungen wünschen wir Euch ein symptomfreies Frühjahr mit viel Freude, die Zeit im Freien zu verbringen!


Holt Euch einen maßgeschneiderten Therapieplan oder Euer Kurprogramm!


Eure Gesundheit-

Euer AyurVienna




3 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen