Ayurveda für Sportbegeisterte

Was hat Ayurveda Medizin mit Sport zu tun?



Jetzt, wo wir alle schon in den Startlöchern scharren uns endlich wieder im Freien bewegen zu dürfen, ein paar Aspekte, wie die indische Heiltradition Sportler unterstützen kann:


Im Ayurveda ist der Mensch untrennbar mit seiner Umgebung verbunden. Das Wohlergehen des Individuums ist vom Wohl der Gesellschaft und allen anderen Lebenswesen abhängig.

Folglich sollten wir bei allem was wir tun (auch beim Sport) überlegen, in welcher Form wir ihn betreiben, wie wir die Umgebung dadurch belasten (z.B. Massensport Skifahren vs. Skiwandern), wie wir anreisen und wie wir dabei auf die Natur achten.


Das Leben ist ein sensibles und komplexes Phänomen, das von äußeren und inneren Faktoren beeinflusst wird.

Besonders Outdoor Sportler sind der Natur ausgesetzt und sollten die Naturgesetze berücksichtigen. Tages-und Jahreszeiten, Lebensraum (alpine Umgebung vs. Stadt), sowie das biologische Alter, sollten in diese Überlegungen einfliessen.


Grundsatz der Individualität:

Wie kann ich mich und meinen Körper am besten unterstützen um beim Sport und im täglichen Leben fit und verletzungsfrei zu bleiben?


Anatomie und Physiologie beruhen auf der Grundlage der 3 dosas, der Beschaffenheit unserer Gewebe und den Ausscheidungsprodukten.

Die ayurvedische Sichtweise hat einerseits Erhalt und Förderung von Gesundheit, andererseits die Beseitigung von Krankheit im Blick.


Betrachtung der 3 dosas (vata, pitta, kapha)

Wie Sie aus unseren bisherigen Blogs bereits wissen, bildet die Theorie der 3 dosas das Fundament der gesamten Struktur des Ayurveda. Es handelt sich um die 3 Säulen, die den Köper stützen. Weiters sind die 3 dosas die Prinzipien, die in der Lage sind, bestimmte Eigenschaften und Funktionen im Körper hervorzurufen.


Der Vata Sportler

Leichter, schmaler Körperbau

Typ: Bohnenstange

Kreativ und aktiv, immer in Bewegung. Ruheloser Geist, leicht zu begeistern, bei Überlast „überreizt“.

Dynamische Sportarten, wie z.B. Laufen, erhöhen das Luftelement/Vata und sind mit Vorsicht zu geniessen.

Empfehlungen für Vata-Sportler

Vata braucht Regelmäßigkeit und Struktur:

• Trainingseinheiten immer zur gleichen Zeit einplanen und auf einen gleichmäßigen Tages-und Trainingsablauf achten.

• Ein klarer Tagesablauf –mit Entspannungspausen zwischendurch- ist wichtig.

• Ruhige, regelmäßige Sportarten, z.B. Yoga, langsames Laufen, walken und spazieren gehen eignen sich besser als Marathon Laufen.

• Schnelles Laufen mit wechselnden Intervallen und Geschwindigkeiten ist nicht ratsam, weil es Vata zu stark erhöht – daher gleichmäßiges, moderates Tempo um die Energie zu halten.

• Auf den Untergrund achten: unebenes Gelände und harter Boden verstärkt die Erschütterung und erhöht vata.


ACHTUNG bei Vata:

Überlastung, Austrocknung, Verschleißerscheinungen!!

Regenerieren, Stärken und Nähren des Körpers sind wichtig.

Der Körper sollte immer warmgehalten werden (Kopfbedeckung, warme Kleidung).

Die Nahrung sollte gekochtes Essen mit genug Feuchtigkeit und verdauungs-fördernden Gewürzen umfassen.

Vor und nach dem Sport kommen nährende und regenerierende Kräuteröle zum Einsatz. Dies schützt Bänder und Sehnen vor Verschleißerscheinungen und schützt die Gewebe vor Austrocknung.



Der Pitta Sportler

Mittlerer Körperbau, gute Muskelkraft, hohes Energieniveau

Typ: athletisch, schwitzt leicht, neigt zu rötlicher Hautfärbung

Er zeichnet sich aus durch rasches Handeln, Intelligenz, Perfektion.

Das Feuerelement wird durch viele Sportarten noch weiter erhöht!


Empfehlungen für Pitta-Sportler:

Pitta will gefordert werden und misst sich gerne im Wettkampf. Aber Maßhalten geboten!

ACHTUNG: Hitze!

· Bewegung erzeugt Wärme: je intensiver die Sportart, oder der Laufstil, desto mehr Hitze entsteht. Daher Vorsicht bei hohen Geschwindigkeiten, Steigungen oder Laufen gegen Widerstand.

· Vermeiden des Trainings bei hohen Temperaturen und Sonne (Kopfbedeckung!)

· Sport am besten am Vormittag (zur kühlenden Kapha-Zeit, zwischen 7 und 10h)


Immer darauf achten die Hitze aus dem Körper auszuleiten, Körperkanäle zum Temperaturausgleich offenhalten.

Keine erhitzenden Nahrungsmittel, keine scharfen Gewürze und säurebetonten Lebensmittel! Wenig gereifter Käse oder Joghurt.

Gut geeignet sind kühlende Gewürze, wie z.B. Nelken kauen, Fenchel-Tee trinken.

Unbedingt Kopfbedeckung gegen Sonneneinstrahlung tragen.



Der Kapha Sportler

Kräftiger Körperbau, starke Gelenke

Typ: gedrungen, neigt zu Trägheit.

Stabile Persönlichkeiten, mit Ruhe, Stärke, Zufriedenheit; gelassen und geduldig.

Kapha-Dosha sorgt für körperliche Stärke und Stabilität.

Sport vermindert das Erdelement von Kapha, was zu (erwünschter) Gewichtsreduktion führt!


Empfehlungen für Kapha-Sportler:

ACHTUNG: tendiert dazu die Motivation zu verlieren!

Daher am besten die Motivation in der Gruppe suchen. Verbindliche Sporttreffs vereinbaren um den Spaßfaktor nicht zu verlieren.

Durch seine Stabilität ist Kapha an sich am besten vor Verletzungen geschützt und hat das geringste Risiko Verschleißerscheinungen zu erleiden.

Während sich Menschen mit Vata- und Pitta-Konstitution von Natur aus gern bewegen, schätzen Kapha-Konstitutionen die Gemütlichkeit.

Tipp: Am besten gleich nach dem Aufstehen (7h!) Sport machen!

Auf „Leichtigkeit“ im System achten (gekochtes Essen mit verdauungsfördernden Gewürzen).


Generelle Sport-Empfehlungen:

  • Energie „nach unten“ führen (Massagen in Richtung der Füße)

  • Belastete Gelenke, Bänder, Sehnen speziell einölen

  • Fußsohlen vor dem Schlafengehen ölen

  • besonders für Vata Typen: Baden statt Duschen (gibt mehr Erdung)

  • Zumindest 5 Minuten „Erdungsübungen“ nach der Sporteinheit (Atemübungen, meditatives Gehen, ...)


Die Ayurveda Medizin verfügt über ein breites Spektrum an regenerierenden, kräftigenden und immunstärkenden Heilkräutern und Körperölen, die für Sportler hilfreich sein können. Einerseits zur Leistungssteigerung und Verletzungsprophylaxe, andererseits auch im Verletzungsfall, sowie bei überstrapazierten Gelenken und Geweben!

Bei akuten Ereignissen, wie Brüchen, Bänder- oder Sehnen(ein)rissen, sowie bei klassischen Überanstrengungssymptomen, wie Fersensporn, oder Gelenksentzündungen kann Ayurveda unterstützen.


Beispiele für ayurvedische Nahrungsergänzungen für Sportler sind z.B. Ashwagandha (Withania somnifera), Guduci (Tinospora cordifolia), Shatavari (Asparagus racemosus), Triphala und Kurkuma.


Ayurvedische Körperöle: Maha Narayana tailam: beruhigt das Nervensystem, regeneriert Muskel und Knochengewebe, Murivenna: zur Wundheilung, bei Brüchen, Sehnen und Bänderverletzungen, Verbrennungen. Danvantaram: positive Wirkung auf das neuromuskuläre Gewebe, z.B. bei Rheumatoider Arthritis.

Kottamchukadi tailam: bei Gelenksschmerzen, Schwellungen, Steifigkeit, Beweglichkeitseinschränkungen.


Eigenschaften nicht medizinierter Öle: Kokosöl und Ghee kühlt, Sesamöl erhitzt.


Die Wahl aller Heilmittel im Ayurveda wird entsprechend dem Konstitutionstyp und der momentanen „Störung“ angepasst und sollte daher nicht ohne Begleitung durch einen geschulten Ayurveda Therapeuten/in oder Ayurveda Arzt/Ärztin eingenommen werden.


Melde Dich wenn Du Deinen ganz speziellen Bewegungsplan mit uns erarbeiten möchtest, Dein Bewegungsprogramm durch Ernährung optimieren willst oder im Falle von Problemen des Bewegungsapparats.


Deine Gesundheit - Dein AyurVienna


Einen guten Start in die Sport-Saison wünscht Dir

Dein AyurVienna Team



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